Donnerstag, 27. November 2008

Veranstaltungshinweis: Frankfurt 28.11.2008

Ich habe mich in den letzten Tagen mangels Zeit etwas zurückgehalten. Aber ich möchte Euch zumindest einen Hinweis weitergeben, den mir ein befreundeter Leser dieses Blogs zugesendet hat. Danke an dieser Stelle an Volker:


ich habe hier einen Veranstaltungstipp, vielleicht hast du ja Lust, ihn
auf den Blog zu stellen.

Die globale Krise:
Welche Antworten kann ein demokratisches und soziales Europa geben?

mit Franck Biancheri,
Director of Studies von LEAP/E2020 (www.leap2020.eu)
Koordinator des Global Europe Anticipation Bulletin (GEAB),
und Präsident von Newropeans

am Freitag, 28. November 2008, 19 Uhr
im Saalbau Gallus
Frankenallee 111
60326 Frankfurt am Main

Franck Biancheri und die Veröffentlichungen von LEAP/E2020 haben regelmäßig auf die Probleme und Blasen im Finanzsektor hingewiesen und vor der aktuellen Krise gewarnt.

Aktuell erwartet das Leap eine neuerliche Abwertung des Dollars bis Jahresende auf ein Niveau von 1,75$ je EUR und eine Ausbreitung der Inflation in den USA im ersten Halbjahr 2009.

http://www.dailymotion.com/video/x7boty_franck-biancheri-newropeans-lue-et_news

Mit der europäischen Partei Newropeans ist erstmals eine Partei auf beschränkte Zeit geschaffen worden. Die Newropeans haben sich zum Ziel gesetzt, demokratische Prinzipien in die Entscheidungsprozesse der EU einzuführen. Dazu kandidiert die Partei bei den nächsten Wahlen zum Europäischen Parlament. (www.newropeans.eu)

Ich hatte Franck Biancheri bei einer Veranstaltung in HH getroffen und
war recht angetan von seinen Analysen zur Finanzkrise. Der Kurs des LEAP
oder der Newropeans konzentriert sich vor allem auf regulative Lösungen im
bestehenden System.



Hier noch ein Video:


Mittwoch, 19. November 2008

Roubini Watchblog 5

Nouriel Roubini bei Bloomberg TV:

Nichts wesentlich Neues von Dr. Doom:

  • Recession much worse than 1991. Worst since 50 years...
  • Major aggressive fiscal stimulus is needed.
  • A new New Deal.
  • Back stop automaker
  • Stagdeflation

Wer dann noch nicht genug schlechte Nachrichten gehört hat, kann noch bei Querschuss vorbeischauen, und sich ein paar sehr üble Credit Default Swaps (CDS) -Charts anschauen...

Sonntag, 16. November 2008

Demonstration Reykjavik 15.11.2008

Hier noch eine Ergänzung zu meinem Artikel "Banken brennen in Island":

Nachtrag 16.11.2008:

Nach einer Meldung von Bloomberg kamen lediglich 6.000 Teilnehmer zur Demonstration. Die Demonstration war friedlich, obwohl so ganz ohne Feuer scheint es nicht zu gehen:

The march was peaceful, though some eggs, tomatoes and yogurt were thrown at the parliament building and rolls of toilet paper were burned in front of the main entrance.
Hier noch ein Video von der Demonstration, auf dem auch der "Brand" zu sehen ist:




Also wenn sich die Lage dort weiter verschärft, dann werden die demnächst wohl noch andere Sachen in Brand stecken.

Nachtrag 17.11.2008:
Island wird durch Milliarden-Kredite des IWF und "befreundeter Staaten" gerettet. Es ist die Rede von insgesamt 5 Mrd Dollar. Ausländische Anleger werden von Island entschädigt. Allerdings scheint noch nicht klar zu sein, ob die Anleger lediglich in Höhe der europaweiten Mindestsicherung entschädigt werden oder komplett ihr Geld zurückerhalten. Ca. 30.000 deutschen Anleger der Kaupthing Bank bangen um 300 Mio EUR. Kurier

Ob die Isländer jetzt aufhören Toilettenpapier vor dem Parlamentsgebäude zu verbrennen ist damit in meinen Augen noch nicht entschieden. Die Kreditbedingungen des IWF waren in der Vergangenheit nicht dazu angetan, die Bevölkerung des Kreditnehmerlandes langfristig zu besänftigen. Siehe u.a. "Argentina's Economic Collapse".

Aber zumindest kommen sie jetzt an Devisen, um den Winter zu überstehen.

Samstag, 15. November 2008

Ron Paul über Weltwirtschaftsgipfel

Ron Paul über den Weltwirtschaftsgipfel, der dieses Wochenende stattfindet:



campaign for liberty

Ron Paul Revolution Germany


Ron Paul über US-Außenpolitik im Allgemeinen und den Irak im Besonderen:



Ron Paul hätte sicherlich auf seine Art für Change gesorgt. Doch diese Chance wurde leider verpasst...

Freitag, 14. November 2008

Banken brennen in Island

... zwar noch nicht, aber dafür ihre Fahnen.

In Reykjavik könnten morgen angeblich 20.000 Menschen gegen die Regierung demonstrieren (6% der Gesamtbevölkerung), berichtet Bloomberg.

Hier ein Video einer vorangegangen Demonstration, deren Datum ich nicht kenne, bei der auch schon eine Fahne der Landsbanki in Rauch aufging.




Die wirtschaftliche Rettung durch einen IMF-Kredit in Höhe von 6 Mrd. Dollar verzögert sich, weil Großbritannien und Holland verlangen, dass die Einlagen ihrer Sparer von der Regierung zurückgezahlt werden. Das sind allerdings über 8 Mrd Dollar, soviel wie die gesamte Wirtschaftsleistung des Landes in einem Jahr. Die Inflation steigt währenddessen auf fast 16 %.

Zum Thema Staatsbankrott hatte ich schon geschrieben.
Artikel vom 10.08.2008: Kommt ein perfekter Sturm?

Und dann möchte ich noch unbedingt auf einen sehr lesenswerten Artikel hinweisen, den London Banker abseits des üblichen Mainstreams über Deflationsgefahren geschrieben hat. So sagt er, dass Deflation viele Annahmen in Frage stellt, die im Zusammenhang mit Inflation gültig sind: Eigentum ist ein sicheres Investment. Mit Aktien ist man langfristig auf der sicheren Seite. Staaten gehen nicht pleite. Und jetzt kommts:
"When people are forced to reconsider these cherished touchstones of their financial beliefs, they will also reconsider the cherished notions of their political beliefs. It was under similar conditions that nations in the past embraced racial hatred, ethnic divisions, discrimination against gender/sexual preference, economic imperialism and war as a means of directing public discontent away from threatened elites."
Und genau dies ist der Punkt: Die wirtschaftliche und politische Elite hat versagt. Ich kann mir nur sehr, sehr schwer vorstellen, dass dies auf Leichtfertigkeit zurückzuführen ist, oder dass es sich um eine unbeabsichtigte Folge einer verfehlten Wirtschaftspolitik handelt. Es gab verantwortungsvolle Politiker, die entsprechende Gesetze erlassen wollten, um moral hazard zu verhindern. Doch sie wurden ausgebremst. Im Gegenzug wurden die Sicherungen, die man als Konsequenz aus den Vorgängen von 1929 eingebaut hatte, wieder aufgehoben (Stichwort: Glas-Steagall-Act). Ganz zu schweigen von der ablehnenden Haltung gegenüber der Einführung neuer notwendiger Regularien für Hedgefonds. Dieses Desaster war abzusehen. Die Zeichen stehen auf Sturm.

Und dann noch der Beitrag "Phantasieanregend" mit einem Link zu einem interessanten Video über die argentinische Finanzkrise: "Argentina's Economic Collapse".

Schönes Wochenende

Euer Kuchenjunkie


Nachtrag 16.11.2008:

Nach einer Meldung von Bloomberg kamen lediglich 6.000 Teilnehmer zur Demonstration. Die Demonstration war friedlich, obwohl so ganz ohne Feuer scheint es nicht zu gehen:

The march was peaceful, though some eggs, tomatoes and yogurt were thrown at the parliament building and rolls of toilet paper were burned in front of the main entrance.
Hier noch ein Video von der Demonstration:


Donnerstag, 13. November 2008

Neulich bei Anne Will

oder Illner? Oder Plasberg? Oder... oder...

Sollte die Regierung aufhören, (unser) Geld in ein riesiges Loch zu schmeißen? Hier erfahrt ihr alle Argumente dafür und dagegen!

IEA World Energy Outlook 2008

Einleitungssatz aus dem Wordenergy Outlook 2008 (deutsch) der IEA (Internationale Energie Agentur der OECD-Länder):

"Das Weltenergiesystem steht an einem Scheideweg. Die derzeitigen weltweiten Trends von Energieversorung und -verbrauch sind eindeutig nicht zukunftsfähig, in ökologischer ebenso wie wirtschaftlicher oder sozialer Hinsicht. Das kann jedoch - und muss auch - geändert werden. Noch ist Zeit für einen Kurswechsel." (Homepage)

Das WSJ berichtet ebenfalls über die Veröffentlichung, und dass von einer immer schneller nachlassenden Ölproduktion auszugehen ist.

Mehr zu diesem Thema gibt es in dem sehr guten Blog "Querschüsse", der sich bereits hier und hier mit dem Thema "peak oil" beschäftigt hat.

Ausnahmsweise

heute mal eine Empfehlung von mir für einen Beitrag in der FAZ. Naja, ist ja auch kein redaktioneller Beitrag, sondern ein Interview mit Nassim Nicholas Taleb.

Wir brauchen eine Revolution, und ich weiß nicht, wie; aber die Leute, die an der ganzen Sache beteiligt sind, müssen gefeuert werden. Bernanke ebenso wie alle wichtigen Banker.

Ich hatte schon einmal auf ihn aufmerksam gemacht (erst hier und dann hier).

via Trader´s Quest

Mittwoch, 12. November 2008

Rubellos

Der Rubel ist los, berichtet der Telegraph (Ambrose Evans-Pritchard):

Die russische Zentralbank hebt den Zins um einen Prozentpunkt auf 12 %, um den Rubel zu stützen. Der Kapitalabfluss wegen der Georgienkrise und der niedrige Ölpreis machen dem Land zu schaffen. Credit Default Swaps auf russische Staatsanleihen sind um 150 Basispunkte auf 630 gestiegen und signalisieren ernsthafte Sorge um die Kreditwürdigkeit des Landes.

Sollte der Ölpreis dauerhaft auf $ 50 fallen, rechnet ein russischer Investmentbanker mit einer Abwertung des Rubels um 30%, heisst es in dem Artikel des Telegraph.

Dienstag, 11. November 2008

Grafik: Überschuldete Immobilien in den USA

Mal wieder eine schöne Übersicht aus der NYT.

Wieso ist es eigentlich so erwähnenswert, in welchem Ausmaß die Hypothekenschulden den Wert der Häuser übersteigen? Das liegt daran, dass in den USA - anders als hier zu Lande - der Hauseigentümer sich von seinen Schulden befreien kann, indem er einfach sein Eigentum aufgibt und der kreditierenden Bank seine Schlüssel zuschickt (sog. "walk away"). Dieser Anreiz steigt natürlich, je größer das negative Eigenkapital des Hauseigentümers ist. Die Bank kann dann versuchen die Immoblilie zu verwerten. Da aber aufgrund der Vielzahl von Zwangsversteigerungen der Markt zusammengebrochen ist, läßt sich kein vernünftiger Preis mehr erzielen. Die Bank bleibt also auf großen Verlusten sitzen und muss den Kredit abschreiben. Die Preise für Immoblilien sind teilweise um 50 % zurück gegangen. Das Problem für die Banken wird außerdem durch den Umstand verschärft, dass sie in der Vergangenheit in der Hoffnung auf immer steigende Immobilienpreise Kredite vergeben haben, die selbst den damaligen Wert der Immobilie überstiegen haben. Von den heutigen Werten ganz zu schweigen.

Obama, der Messagist

Obama. Eine Message. Ein Messias. Ein Messagist!
Viel Botschaft, wenig Inhalt.

Wer kann mir denn mal genau erklären wofür dieser Mann steht? Ich glaube, das können nur wenige, wenn es überhaupt jemand kann. Irgendwie will er sich um eine bessere Krankenversicherung kümmern. Und irgendwie will er die Truppen aus dem Irak holen. Wenn es geht. Soviel habe ich mitbekommen. Aber eigentlich beruht doch die ganze Euphorie auf dem Gedanken: Hauptsache, Bush ist weg. Hauptsache, kein Republikaner mehr im Amt. Es kann nur besser werden.

Er ist ein Medien- und Kommunikationsprofi. Optimaler Internetwahlkampf. Der mediale Dauerjubel dröhnt noch immer in meinem Ohr. Oder ist das nur mein Tinitus? Egal. Obama ist Präsident. Das ist historisch, ja historisch. Da sind sich alle einig. Jubel. Tränen. Jubel. Tränen. Alle Kanäle. Könnt ihr noch? Yes, we can! Na dann, noch ein heute journal spezial oder tagesthemen extra. Jetzt live aus Washington, unsere Reporterin vor Ort: Hanni Hüsch. Was für ein Albtraum. Aber ich träume nicht.

Wem die ganze Obamania langsam auch auf die Nerven geht, der findet hier Abhilfe.

Die Skepsis gegenüber Obama war in der Blogosphäre wesentlich verbreiteter als in den Mainstream-Medien. Kritik kam vor allem nach seiner Rede vor der AIPAC auf, die er hielt, als er als Präsidentschaftskandidat feststand.Uri Avnery Telepolis im Juni 2008

Diese Skepsis hat jetzt noch einmal zugenommen, nachdem Obama sein Transition Team vorgestellt hat. Folgende Artikel befassen sich kritisch mit dem Wahlsieger:

  • Kein Wandel im Bezug auf die israelische Manipulation der US-Außenpolitik unter Obama infowar
  • Obama hat seine Basis von Anfang an verraten Schall und Rauch
  • Das Transition Team von Barack Obama mein-parteibuch
Manche sehen in ihm sogar eine größere Gefahr für den Weltfrieden als in McCain:

Sogar die Financial Times in Gestalt von W. Buiter stimmt kritische Töne an, was die wirtschaftliche Kompetenz des Teams angeht: Zu alt. Zu viele nutzlose Juristen. Bis auf Paul Volcker kein wirtschaftlicher Sachverstand.
  • No change, no hope: Obama’s Transition Economic Advisory Board FT

Eigentlich kommt die erste Abrechnung ja erst nach 100 Tagen im Amt, und noch hat Obama noch nicht einmal seinen Amtseid geleistet. Ich bin mir nur nicht so sicher, ob er so viel Zeit hat. Ich kann die Euphorie jedenfalls nicht so ganz teilen. Möge er mich mit Taten überzeugen.


Nachtrag:

In der Reihe der Skeptiker habe ich ja glatt einer meiner Lieblingsblogs übersehen:

"Change I can´t quite believe in" von Londonbanker

Auszug:
The much bandied idea that Robert Gates, former deputy director of the CIA under President G.H.W. Bush, architect and financier of Saddam’s military machine and Bin Laden’s Al Qaida, might be kept as Secretary of Defense under Obama “for continuity’s sake” after six years of failed and callous military adventurism in Iraq and Afghanistan, with occasional illegal forays into Pakistan, Georgia, Syria and Iran, makes me frankly nauseous. If America is ever to restore its fiscal balance, cuts in the bloated military/security/intelligence apparatus will have to be implemented. A career insider central to the creation and export of the bloat is the wrong man for the job.

Montag, 10. November 2008

Datenschützer demonstrieren vor dem Bundeskriminalamt

von AK Vorrat:

Am gestrigen Sonntag, den 9.11.2008 demonstrierten Datenschützer in Wiesbaden vor dem Bundeskriminalamt gegen das neue BKA-Gesetz, das CDU, CSU und SPD diese Woche im Bundestag beschließen wollen.

Mit großen und bunten Transparenten setzten die Demonstranten sich nach einer kurzen Auftaktkundgebung vor dem Hauptbahnhof in Richtung Bundeskriminalamt in Bewegung. Sie zogen mit Sprechchören wie "Freiheit statt Angst - stoppt das BKA-Gesetz!" und "Wir wollen keinen Überwachungsstaat!" durch die Wiesbadener Innenstadt.

Mit großen und bunten Transparenten setzten die Demonstranten sich nach einer kurzen Auftaktkundgebung vor dem Hauptbahnhof in Richtung Bundeskriminalamt in Bewegung. Sie zogen mit Sprechchören wie "Freiheit statt Angst - stoppt das BKA-Gesetz!" und "Wir wollen keinen Überwachungsstaat!" durch die Wiesbadener Innenstadt.

Vor dem Hauptgebäude des Bundeskriminalamtes hielt Ralf Bendrath vom Netzwerk Neue Medien eine Rede und verwies auf die unzähligen so genannten "Sicherheitsgesetze", die das Bundesverfassungsgericht in den letzten Jahren bereits kippen musste. Dazu zählt unter anderem auch das Verfassungsschutzgesetz aus NRW, das wegen der enthaltenen heimlichen Online-Durchsuchung für nichtig erklärt wurde. Er warnte den Gesetzgeber davor mit dem neuen BKA-Gesetz einen ähnlichen Fehler zu begehen.

Kritisiert wurden insbesondere die geplanten geheimdienstlichen und exekutiven Befugnisse, die dem Bundeskriminalamt der neuen Gesetzesvorlage zufolge zugestanden werden sollen und die mit massiven Grundrechtseingriffen verbunden sind. So greifen Lausch- und Spähangriffe, aber auch die im BKA-Gesetz vorgesehene heimliche Online-Durchsuchung, massiv in die Privatsphäre der Betroffenen ein. Die geplanten Kontrollmechanismen sind dabei oft hoffnungslos unzureichend.

Patrick Breyer vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung rief alle Anwesenden auf, sich zu Beginn der Woche an ihre Abgeordneten von SPD und Union zu wenden und sie aufzufordern, am Mittwoch im Bundestag gegen das neue BKA-Gesetz zu stimmen. Die geplante Super-Polizeibehörde müsse auf jeden Fall verhindert werden. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung stellt Musteranschreiben zur Verfügung, die Bürger an ihre Abgeordneten versenden können.[1]

Zum Hintergrund: Am 09.11.2007 hat der Bundestag die totale Protokollierung des Kommunikations-, Bewegungs- und Internetnutzungsverhaltens der gesamten Bevölkerung beschlossen. Letzten Mittwoch hat die große Koalition den Weg für eine Änderung des BKA-Gesetzes bereitet. Durch das neue BKA-Gesetz erhält die Bundesrepublik Deutschland erstmals eine zentrale Polizeibehörde mit exekutivischen Befugnissen. In diesem Rahmen wird das Bundeskriminalamt heimlich Computer überwachen und Daten auslesen ("Online-Durchsuchung", "Bundestrojaner"). Die Novelle erlaubt dem BKA außerdem Rasterfahndungen, Videoüberwachung von Wohnungen und die Überwachung der Telekommunikation. Eine komplette Liste der vorgesehenen Befugnisse befindet sich im Internet.[2]

Fußnoten:

[1] Anschreiben für Abgeordnete: http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/Anschreiben_BKA-Gesetz_stoppen

[2] Geplante Befugnisse des BKA: http://www.daten-speicherung.de/index.php/bundeskriminalamt-soll-zentrale-staatspolizei-werden/

Fotos der Demo in Wiesbaden zur honorarfreien Verwendung unter:
https://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/Aktuelle_Fotos




Dieser Inhalt ist unter einer Creative Commons-Lizenz freigegeben.

Roubini Watchblog 4

Für alle Fans von Nouriel Roubini mal wieder ein paar Videos von Dr. Doom (Interview vom 10.11.2008 bei CNBC):

Video Circuit City Files for Chapter 11

Video New Economy Task Force

Video Market Task Force

Video Parting Shots


Ein paar von Roubini´s Aussagen:

Die wirtschaftliche Lage wird sich verschlechtern in den kommenden Monaten und deshalb wird der Markt in den USA und Übersee um weitere 20-25% fallen... Das negative Wachstum wird bis Ende 2009 anhalten... Arbeitsplatzverluste werden in den nächsten Monaten zunehmen... Es wird nur eine sehr langsame Erholung mittel- bis langfristig geben... An den Aktienmärkten wird dann eine Seitwärtsbewegung einsetzen...

via CNBC

Freitag, 7. November 2008

Leistung, die Leiden schafft

Ok, den Slogan habe ich geklaut. Ich weiß nicht mehr genau von wem. Wer den Urheber kennt, kann es ja in den Kommentaren posten. Aber lieber etwas Gutes kopieren als etwas Schlechtes erfinden. Und der Spruch passt einfach zu gut zu diesem Video:



via Oeffinger Freidenker, ZG Blog

Dienstag, 4. November 2008

Und wir haben einen Gewinner!

Neuer Präsident der USA wird der DRE 700. Die Kuchentester gratulieren.

Schenkt Euch die Wahlnacht. Die Sache ist gelaufen.

"The Onion" liefert bereits jetzt die ganze Story:






Nachtrag: Wer dann doch den Wahlausgang live mitverfolgen will, der findet bei CNN gute Übersichten, welcher Kandidat welche Staaten gewinnen muss (via Spiegelfechter)

Montag, 3. November 2008

US-Autoindustrie im freien Fall

Laut GM ist der Oktober der wahrscheinlich schlechteste Monat für Industrieverkäufe seit dem zweiten Weltkrieg (WSJ berichtet). Die Verkaufszahlen der Autokonzerne fielen im Jahresvergleich:

Toyota: -23%

Ford: -30%

GM: -45% !!! (bei PKW allein -34%)

Bei dieser Lage wird natürlich mal wieder der Ruf nach dem Staat laut:

"a coordinated national effort to turn this economy around."

Aber keine Sorge. Nachdem der Staat ja schon für das Wohlergehen der Banken gesorgt hat, wird man den amerikanischen Steuerzahler sicherlich auch noch für die strategisch wichtige Automobilindustrie in die Haftung nehmen. Wer A sagt, muss nun auch B sagen. No one is left behind. Auf ein paar Milliarden mehr Schulden kommt es jetzt auch nicht mehr an. 25 Mrd Dollar sind ja schon abgesegnet worden. Mal sehen, ob es reicht.

DaimlerChrysler war ja schon gewöhnungsbedürftig. Hört sich GMChrysler besser an?

Über die anstehenden Probleme bei GM hatte ich ja bereits schon mal berichtet (Artikel vom 6.08.2008: Wer baut demnächst Opel-Fahrzeuge?)


Nachtrag:

Auch für die deutschen Hersteller lief es nicht so besonders gut in den USA:

Porsche Cayenne: -39%
Porsche 911: -40%
Porsche Boxter: -78%

BMW: -14%
Mercedes: -34%

(Angaben nach Handelsblatt)

Die deutsche Automobilindustrie kann sich also nicht "abkoppeln", wie uns das einige Spaßvögel aus Banken und Wirtschaftsforschungsinstituten noch vor ein paar Wochen weiß machen wollten. Vielmehr verbrennen die Finanztöchter der Autoindustrie jede Menge Geld, weil die Leasingrückläufer überbewertet sind. Die VW-Tochterbank lehnt zurzeit zwar staatliche Hilfe aus dem Rettungsfonds ab, aber sie gilt als Kanditat, die Hilfen eventuell noch dieses Jahr in Anspruch zu nehmen (Handelsblatt).

Währenddessen sagt uns nun Herr Mayer von der Deutschen Bank, dass er für 2009 von einer Rezession in Deutschland ausgeht (-1,5%). Seine Kollegen haben uns noch im Sommer versprochen, dass wir im zweiten Halbjahr 2008 die stärkste Aktienrally seit 1982 erleben werden. Diese Leute bekommen jetzt schon mal vorab von mir den Comedy-Preis 2008. Aber die Deutsche Bank scheint ja generell ein Herz für Komiker zu haben. Besonders was den Vorstand angeht (siehe Nebelkerzen bei der Deutschen Bank von Querschuss).

Sonntag, 2. November 2008

Finanzkrise bei "60 minutes" (CBS)

60 minutes (CBS) bringt Reportage über die Finanzkrise:

Teil 1 (12 min.): Wall Street´s Shadow Market




Teil 2 (12 min.): Credit Default Swaps