Donnerstag, 18. September 2008

Herr Plasberg, wir hätten da mal eine Frage

Dieses Video zeigt, wie die Moderatoren von CNBC dem Chef der Ratingagentur S&P einen Schleudergang verpassen.

Herr Plasberg, wir hätten da mal eine Frage:

Könnte es sein, dass diese Art Fragen zu stellen eher die Bezeichnung "hart" verdient, als die 30 Grad Handwäsche, die Sie am Mittwoch ihren ausgemusterten Finanzclowns haben angedeihen lassen???

Hilmar Kopper... warum nicht gleich Iwan David Herstatt exhumieren? Und dann Hans Eichel ... unser Sparhans. Wenn Sie uns schon mit einem ehemaligen Finanzminister kommen, weil sich der amtierende offensichtlich nicht um Kopf und Kragen reden möchte, dann hätten sie ja wohl noch eine Position weiter zurück in der Reihe der Finanzminister gehen können. Der Vorgänger von Eichel war bekanntlich Oskar Lafontaine. Da hätte die Sache ja wohl wesentlich mehr Pepp oder zumindest einen aktuellen Bezug gehabt.

Steinbrück, Lafontaine und dann noch Ingrid Matthäus-Maier als Ex-Chefin der KfW, unter deren "Aufsicht" (besser gesagt, Amtszeit) die IKB-Pleite geschah. Dann hätte man direkt mal fragen können, wieso eine Bank, die sich der Förderung des deutschen Mittelstandes verschrieben hat, in den amerikanischen Hypothekenmarkt investiert.

En passant hätte auch die glänzende Gelegenheit bestanden, mal zu fragen, wieso denn noch 300 Mio EUR (oder mehr) an die insolventen Lehman Bros. überwiesen wurden. Die Story von wegen, dass es sich dabei um ein Versehen gehandelt haben soll, kann niemand erst nehmen, der genug Finanzsachverstand hat, um zu wissen, dass man den Soll-Saldo auf seinem Konto nicht abheben kann.

Und wenn man schon mal dabei gewesen wäre, hätte man in einem Aufwasch dem Publikum vor Augen führen können, dass es eine teure Angelegenheit werden kann, wenn man Politikern nach ihrem politischen Ableben unbedingt noch einen Versorgungsposten zuschanzen muss. 11 Mrd EUR... und da regen sich die Leute wegen der läppschen Diäten auf.

Tja, aber leider konnte das alles nicht geklärt werden. Wieso auch, interessiert ja eh keinen.


Nachtrag 22.09.2008:

Ja sowas, die Überweisung in Höhe von 300 Mio EUR war wohl doch keine Panne, wie die SZ unter Berufung auf die FAZ berichtet. Was für eine Überraschung. Da bleibt ja jetzt nur noch die spannende Frage aufzuklären, warum das Geld denn überwiesen wurde. Der Grund wird bestimmt nicht sein, den deutschen Steuerzahler an den "Reparationszahlungen" für das amerikanische Finanzsystem zu beteiligen. Die US-Regierung hat nur schon mal angefragt, ob nicht auch europäische Staaten einen Beitrag leisten wollen. Großzügigerweise hat Paulson angeboten, dass ausländische Banken ebenfalls von dem bail out in Höhe von 700 Mrd Dollar profitieren sollen. Ich glaube aber nicht, dass die USA zurzeit Geld zu verschenken haben. Merkel hat dieses Ansinnen der USA am Wochenende natürlich (noch?) strikt abgelehnt.

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